Skikurs 2012

Für wohl jeden Schüler der Klosterschule Rossleben ist der Skikurs das sportliche Highlight der Kursstufe.

Entsprechend groß war der Andrang beim Schwimmfest zu Beginn des Schuljahres, als es darum ging, sich in die Listen zur Wahl der Sportfächer einzutragen.

Unter der Leitung des Teams Sawatzky/Gröppler fand sich schließlich eine tolle Gruppe zusammen, die vom 20. bis zum 27. Januar 2012 das Skigebiet Jochtal/Gitschberg in Südtirol unsicher machte.

Sehr munter trafen wir  nach einem langen Caffe-Vorabend um 5:30 morgens (alle pünktlich!)   am Schulplatz ein.

Als es um 6:00 losging, herrschte besonders im hinteren Teil des Busses gute Stimmung, die Anlage von Felix sorgte für Unterhaltung. Die ersten Landstraßenkilometer führten aber erstmal nach Querfurt, bevor es auf die Autobahn ging. Dort stießen einige Schüler des Gymnasiums hinzu, die doch tatsächlich freiwillig mit uns fahren wollten. Der Rest der Querfurter hatte noch einen weiteren eigenen Bus.

Unterbrochen von kleineren Raucherpausen machten wir dann die ersten vier Stunden gut Strecke, bis wir bei einem hervorragenden Burger King aufsuchten. Wir genehmigten uns hier ein stärkendes Frühstück, es sollte noch ein langer Tag werden. In der Spielecke vergnügten sich besonders Johann und Paul mit großer Ausdauer. Das Murmellabyrinth, aber auch die Rutsche bereitete den beiden große Freude.

Zurück auf der Autobahn verstummte es auch im hinteren Teil des Busses, schlafen muss jeder mal.

Umso lauter wurde es dann bei München. Rechts zog an den Fenstern die Allianz-Arena vorbei, und initiiert durch die zahlreichen Hertha-Fans an Bord ertönte ein imposantes Pfeif-Konzert begleitet von kreativen Schmährufen, dem auch Pauls bayerische Wortgewalt nichts entgegenzusetzen hatte. 

Auf dem Brenner erwartete uns der zweite kulinarische Höhepunkt des Tages: Ein McDonalds, mit Panorama-Ausblick. Dieser wurde auch Ort der ersten Schneeballschlacht, in deren Verlauf einige empfindliche Körperregionen von Felix malträtiert wurden.

 Ohne weitere größere Vorkommnisse kamen wir gegen 17:00 in Vals an, stellten unsere Koffer aber nur provisorisch in den Zimmern ab, denn vor dem Abendessen ließen wir uns noch mit Skiern, Schuhen und Helmen bestücken. Das ging erstaunlich schnell, nach einer halben Stunde war jeder bedient.

Pünktlich zum Abendessen um 18:30 waren wir zurück in der Pension Gatterer. Und wir mussten anerkennen, das Abendessen war immer hervorragend. Die Küche hatte immer das richtige Gespür dafür, was uns abends satt machte und morgen wieder auf die Beine brachte.

Denn mit Ausnahme des Dienstages waren wir jeden Abend im Gloria, der einzigen Disco in Vals, wenn man es denn als Disco bezeichnen will. Am Freitagabend näherten wir uns den Querfurtern an, manche (Jonathan M.) auch mehr als andere. Schon am ersten Abend ließ mancher mehr Geld im Gloria liegen, als ihm lieb war. Da half es auch nichts, das sensationelle Shot-Angebot (Trinke vier, zahle 3) konsequent wahrzunehmen. Konsequent waren maximal die obligatorischen Kopfschmerzen am nächsten Morgen, die aber jeder in einem stillen Kampf mit sich selbst Tag für Tag niederrang.

Und dann war es soweit. Nachdem wir uns endlich aus den Betten gepellt und ein ordentliches Frühstück zu uns genommen hatten, schnallten wir uns nach der morgendlichen Erwärmung und der Huldigung des Skigottes (Ketzerei?) die Skier unter. Nach wackligen zehn Minuten am „Idiotenhang“ standen die meisten wieder sicher und bekamen das Gefühl zurück, und unsere Anfänger machten erste mutige Schwünge unter der fachkundigen Anleitung Herrn Gröpplers.

Schnell vollzog sich die Aufteilung in Anfänger- und Fortgeschrittenengruppe, letztgenannte durften sich bereits am Nachmittag ins richtige Skigebiet bewegen.

Die Profis um Caspar und Felix machten dann auch schon bald die Kicker unsicher, wobei diese hervorragende Aufnahme von Felix gelang.

Abends um 19:30 trafen wir uns zur Auswertung, und hörten uns Schülervorträge an. Verteilt über die Woche hörten wir lehrreiche Vorträge über Carving (Paul und Jonathan v. B.), das Skigebiet Jochtal-Gitschberg (Maria und Julia), die Infrastruktur in Skigebieten (Pascal und Richard), Die Stadt Brixen ( Philipp v. Q, Richi, Theresa), Wetter- und Lawinenkunde (Roland und Friedrich), Verhalten im Gebirge (Jakob und Matthias) und die Geschichte des Skis (Georgina und Philippa). Im Gloria ließen wir den Tag ausklingen, allen voran Jakob vergnügte sich an der Stange in der Mitte der Tanzfläche.

Am Sonntag, dem zweiten Skitag, schien die Sonne  den gesamten Tag.

Allen voran die Anfänger machten jeden Tag tolle Fortschritte, so auch an diesem. Die Fortgeschrittenen übten mit Murren das Schneepflug fahren, denn dies war Bestandteil einer Leistungskontrolle der folgenden Tage. Nachmittags bildeten sich kleinere Grüppchen, die entweder in legendärem Tempo die Pisten runterheizten -hierbei war Hubi in seiner orangenen Jacke von jedem Punkt des Skigebietes aus deutlich zu erkennen- oder im unberührten Tiefschnee erste Spuren hinterließen.

Abends? Gloria.

Nachdem Herr Sawatzky die Fortgeschrittenen die ersten zwei Tage gecoacht hatte, übernahm Herr Gröppler am Montag seinen Posten. Wir fuhren rüber zum Gitschberg, wobei Christian, Caspar, Philipp R., Felix, Jonathan M. und Theo mit Herrn Gröppler vom knapp 2600 Meter hohen Gipfel die Tiefschnee-Tour Richtung Tal nahmen. Sehenswert hierbei natürlich alle Stürze, besonders aber, wie erst Jonathan und dann Theo in sehenswerten Schneewolken verschwanden und wenig später erst ihre Skier, dann sie wieder auftauchten. Glücklicherweise verletzte sich niemand, wir konnten diese tollen Abgänge also mit angemessenem Gelächter veredeln.

Trotz Erschöpfung gingen wir wieder alle ins Gloria, und stellten zu unserem Erstaunen fest, dass keine Querfurter, dafür aber viele 12-jährige dort waren. Dies hinderte Johann und Clarissa nicht daran, eine Friesenrock-Einlage zu geben, unter Jubelstürmen des fachkundigen Publikums.

Der Dienstag bot dann ein wenig Abwechslung. Nicht unbedingt was das Skifahren anbelangte, obgleich unsere Ausbildung in großen Schritten voranging, und Leistungskontrollen, unter anderem beim „Parallelstop“ anstanden; Nein, vor allem was die Abendgestaltung anging war Dienstagabend anders. Anstatt das Gloria mit unserer Anwesenheit zu beglücken, zahlten wir fünf Euro für eine Liftkarte hoch ins Skigebiet. Oben wartete der „Tanz der Vampire“. Endlich mal ein halbwegs anständiger Club, und für die Liftkarte gab es sogar ein Freigetränk.

Es wurde vorbildlich gefeiert, und gerade Matthias hatte sich für den Abend viel vorgenommen. Jedenfalls hing er die ganze Zeit an einem Mädchen aus Stuttgart, dass im alkoholisierten Zustand bestimmt einige ungeahnte Vorzüge vorzuweisen hatte, die manch nüchternem sicherlich verborgen blieben. Aber viele, nicht nur Matthias, hatten ihren Spaß, sodass im Nachhinein nur noch „von diesem Puff da oben“ gesprochen wurde, ohne dass etwas Ernstes passiert war.

Zurück im Tal konnten Felix und Paul ihr Glück kaum fassen, standen da auf den Tonnen doch tatsächlich ihre Namen!

In der Pension fand abends noch ein „Afterglow“ statt, wie ja eigentlich jeden Abend, was aber im Folgenden unkommentiert bleiben soll…

Der Mittwoch brachte viele Leistungskontrollen mit sich, Felix bekam 16 Punkte, Paul dafür, dass er den Hang rückwärts herunterfuhr extra 15 Punkte. Die Fortgeschrittenen schnallten sich am Nachmittag einen Skier ab, und fuhren auf einem Bein eine Abfahrt ins Tal.

Später noch machte sich eine Gruppe Wagemutiger auf in den Tiefschnee, bestehend aus Felix, Philipp R, Caspar, Theo, Friedrich, Richi, Roland und den Anfängern Jakob und Matthias. Matthias verließ uns dann doch wieder, was keine Schande war. Es handelte sich um eine Waldabfahrt mit extrem tiefen Schneeverwehungen.

Einmal verlor Jakob einen Ski, und es dauerte 20 Minuten, bis Friedrich ihn fand. Jakob hatte für denjenigen, der den Skier fand, ein Frei-Bier in Aussicht gestellt, was auch bei Theo und Christian zusätzliche Energie hatte frei werden lassen. Letztendlich kamen aber alle sicher unten an, und eine Verneigung vor Jakob, der diese harte Prüfung mit Bravour gemeistert hatte!

Den letzten Skitag, Donnerstag, verbrachten wir mit (kläglichen) Versuchen, Formationen zu fahren. Pyramide, Kreis, Viereck, und so schlecht hatte es dann doch nicht geklappt. Dann war ein letztes mal freies Fahren angesagt, bis wir uns um 16:30 auf der Nockalm trafen. Gemütlich saßen wir bis Einbruch der Dunkelheit beisammen, es wurde fleißig Skat gekloppt, um dann mit Fackeln die finale Abfahrt gemeinsam zu fahren. Ein tolles Erlebnis, auch wenn die Fackeln ihre angepriesene Brennzeit von einer Stunde nicht ansatzweise errichten. Sie mögen in Frieden ruhen.

Ein wenig wehmütig schnallten wir die Skier ab, und gaben unsere Skisachen beim Verleih wieder ab. Gestärkt durch ein überragendes Abendessen marschierten wir ein letztes Mal zum Gloria. Hier griffen Jonathan v. B, Paul und Felix T-Shirts und Mützen der Brauerei Forst ab, wohl als „Belohnung“ für ihre fleißige Arbeit am Tresen in der vergangenen Woche.

Nach einer durchzechten Nacht standen wir morgens ein letztes Mal um 7:30 auf, räumten die Zimmer, und ab in den Bus nach Hause.

Wir hatten eine tolle Woche, skifahrerisch hat sich jeder weiterentwickelt, wir hatten immer viel Vergnügen, es war eine geniale Truppe. Wir alle wollen Herrn Sawatzky und Herrn Gröppler danken, dass Sie in jeder Situation klaren Kopf bewahrten, und wir soviel mit Ihnen erleben konnten, es hat viel Spaß gemacht!

Dabei waren: Maria Spillmann, Julia Rost, Sophie Lotzwik, Clarissa Soehnchen, Georgina Lucius-Clarke, Philippa von Weikersthal, Theresa Scherbel, Pascal Schmidt, Richard Lange, Richi Barth, Philipp von Quistorp, Roland Wilske, Friedrich Unger, Jakob Kliem, Matthias Kramer, Paul von Aretin, Felix Ernst, Caspar von Galen, Theodor Giesen, Christian Wagner, Jonathan Melke, Jonathan von Borries, Johann von Below, Philipp Rheinheimer, Hubertus von Schönberg und natürlich Leander Gröppler!