Das rote Sofa

Es war einmal ein Raum genannt „Cafeteria“. Dort konnte man eine Theke, einen Billardtisch und viele alte Sofas, herumgestellt um kleine Tische, finden. Ganz wichtig war auch der Fliesenboden – falls mal was daneben ging.

Die Cafeteria war bei den Schülern sehr beliebt, da man sich dort abends gemeinsam treffen konnte, um sich auszutauschen, Billard zu spielen oder manchmal auch um ein Bier zu trinken. Jeder konnte sich dort wohl fühlen, in den bunt gemischten, alten Möbeln. Doch irgendwann entwickelten die Schüler ein Gefühl für Ästhetik und fanden die Möbel nicht mehr schön. Auch staubten sie sehr und gingen kaputt. Der Wunsch nach etwas Neuem war groß. Und es dauerte nicht lange, da kam es dazu, dass die Gemeinschaft der großzügigen Leute: der Förderverein, uns diesen Wunsch erfüllte. Ein großes, neues Sofa, rot mit originellen, orangefarbenen Kissen kam hereingerollt! Natürlich sorgte der Neuling in der Cafe für großen Aufruhr. Jeder wollte auf ihm sitzen und ihn austesten.

Die Schüler freuten sich sehr über die Couch und sie wurde fester Bestandteil der Cafeteria. Man könnte jetzt sagen: “Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzen sie noch heute auf der Couch.“ Jedoch gibt es die Garantie, dass sie noch leben und das Sofa noch immer besitzen, und das meine ich im doppeldeutigem Sinn, denn solange es den Förderverein gibt und der Klostergeist über uns wacht, werden die Cafeteria, das Sofa und die Schüler der Klosterschule Rossleben niemals „aussterben“.